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Zwischen dem 28. Mai und dem 9. Juni flossen knapp 2,5 Millionen € in Friedrich-Vorwerk-Aktien — von drei Seiten zugleich: Vorstand Torben Kleinfeldt kaufte über seine ALX Beteiligungsgesellschaft für gut 989.000 € (580.000 € am 4. Juni, dazu acht Tranchen am 9. Juni), Aufsichtsratschef Dr. Christof Nesemeier über die MBB Capital Management GmbH für rund 1,42 Millionen € in vier Tranchen, und Finanzvorstand Tim Hameister legte persönlich 70.659 € nach. Es ist die Fortsetzung einer Serie: Seit Anfang April summieren sich die Käufe des Trios auf rund 3,6 Millionen € — zu immer tieferen Kursen (April um 68 €, Juni um 58 €).
Der Anlass des Kurssturzes ist politisch, nicht operativ: Die Aktie hat sich seit dem Oktober-Hoch von 105,60 € fast halbiert, seit ein Gesetzentwurf Freileitungen Vorrang vor Erdkabeln geben soll — Friedrich Vorwerk erzielt rund 30 % des Umsatzes im Erdleitungsgeschäft. Operativ meldete das Unternehmen zuletzt Rekordwerte: über 1 Mrd. € Auftragsbestand im ersten Quartal, eine auf 22,8 % gesprungene EBITDA-Marge und mehr Auftragseingang als Umsatz (Book-to-Bill 1,4).
Bemerkenswert ist, wer hier kauft: die zwei Vorstände mit der besten Sicht auf die Auftragsbücher — und der Aufsichtsratschef, dessen MBB SE das Unternehmen als Mehrheitsaktionärin 2021 an die Börse brachte. Das Muster gleicht dem Rheinmetall-Fall: kein einmaliger Timing-Kauf, sondern gestaffeltes Nachlegen in den fallenden Kurs. CFO Hameister hält öffentlich dagegen, Gesetzentwürfe wirkten allenfalls langfristig — es breche „nicht der gesamte Stromkabelmarkt weg“.
Das Gegenargument: Das politische Risiko ist real: Bekommen Freileitungen dauerhaft Vorrang, trifft das einen strukturellen Teil des Geschäfts — und Berliner Gesetzgebung können auch Insider nicht vorhersehen. Die bisherige Serie mahnt zudem zur Geduld: Die April-Tranchen um 68 € lagen im Juni deutlich unter Wasser. Und beim Umfeld des Mehrheitsaktionärs schwingt neben Überzeugung stets auch ein Interesse an Kursstabilität mit.
Quellen: The Market/NZZ: Infrastrukturgewinner Friedrich Vorwerk — die Insider nutzen den Kurseinbruch · EQS-DD via boerse.de: ALX Beteiligungsgesellschaft mbH in enger Beziehung zu Vorstand Torben Kleinfeldt · EQS-DD via onvista: MBB Capital Management GmbH in enger Beziehung zu Aufsichtsrat Dr. Christof Nesemeier · ad-hoc-news: Friedrich Vorwerk — 34 Prozent seit Jahresbeginn verloren (Freileitungs-Debatte)